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| Die Alpenfestung Zusammenfassung |
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| Eine "Alpenfestung", die 1945 als Basis für eine ernstzunehmende Verteidigung oder für wirksame Untergrundoperationen fanatischer Nazis dienen hätte können, gab es nicht. Ohne eine klar denkende und handlungsfähige Führung, hinter der eine zum Widerstand entschlossene Zivilbevölkerung stand, konnte die "Alpenfestung" nicht realisiert werden. Zwar mangelte es nicht an Menschen, die bei einer entsprechenden Entschlossenheit zur Verteidigung hätten eingesetzt werden können – Anfang Mai 1945 irrten noch tausende Wehrmachtsangehörige im Alpenraum umher – doch von einer einheitlichen Führung, ganz abgesehen von der kaum noch vorhandenen Kampfmoral, konnte nicht mehr die Rede sein. Darüber hinaus fehlte es so ziemlich an allem, was an Bevorratung und Material für eine sinnvolle Verteidigung nötig gewesen wäre. Kurzum, eine reale Verteidigungsmöglichkeit des Alpenraums muss mit aller Entschiedenheit in Abrede gestellt werden. Natürlich wäre die Errichtung einer "Alpenfestung" ohne weiteres möglich gewesen, die Schweiz hatte es bereits bewiesen, doch man hätte damit beginnen müssen, als Zeit, Material und Arbeitskräfte noch zur Verfügung standen. Aber die ersten Kriegsjahre, mit der Begeisterung über leicht errungene Siege und dem stetigen Vormarsch der deutschen Wehrmacht, ließen keinen Gedanken an eine defensive Befestigungsanlage aufkommen. Hitler interessierte sich erst dafür, als die Sowjets schon am Stadtrand von Berlin standen, viel zu spät, um der "Alpenfestung" noch einen einigermaßen bedeutsamen militärischen Wert zu verleihen – der totale Zusammenbruch war die logische Konsequenz. Die Verwirrung darüber, dass sich die "Alpenfestung" als ein Phantom herausstellte, war auf alliierter Seite, obwohl man gegen Kriegsende bereits so einiges ahnte, dennoch groß. Vor allem für die Vereinigten Staaten galt es, Klarheit zu gewinnen, wie es zu solch einer Fehleinschätzung kommen konnte, hatte man doch bei so manch umstrittener Entscheidung, eine "Alpenfestung" zumindest ins Kalkül gezogen. Die "Alpenfestung" war letztlich weder eine reine Utopie, noch verdiente sie ihren Namen. Sie wurde von den Alliierten überbewertet und von den Deutschen zu spät in Angriff genommen. Im Grunde kam sie nie über das Stadium eines Projektes hinaus, dennoch trug sie bis Kriegsende zu großer Verwirrung und Unsicherheit bei. Von kriegsentscheidender Bedeutung war die "Alpenfestung" nicht, sehr wohl aber hätte man seitens der Alliierten den Alpenraum mit viel geringeren Streitkräften einnehmen und somit Truppen für andere Aufgaben bereitstellen können. Ob dies den Lauf der Geschichte verändert hätte, sei dahingestellt, aber die Notwendigkeit geheimdienstlicher Arbeit in modernen Konflikten wurde den militärischen und politischen Entscheidungsträgern einmal mehr vor Augen geführt. |
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