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Die Alpenfestung
Die "Alpenfestung" aus alliierter Geheimdienstperspektive
Die Alliierten sowie neutrale Schweizer Stellen hatten sich von Beginn an wesentlich intensiver mit der Möglichkeit einer "Alpenfestung" auseinandergesetzt, als dies die politischen und militärischen Entscheidungsträger Deutschlands taten. Erste Beobachtungen über mögliche Verteidigungsmaßnahmen im Alpenraum wurden auf alliierter Seite Ende 1943 registriert, wie aus einem Telegramm von OSS-Bern im Oktober 1943 hervorgeht.(11)

"Beginning last month, defense construction has been under way in valleys of the Austrian Tyrol, to the southward of a line between Imst and Bludenz. This work is being carried on by the Todt organization."
(12)


Allerdings, und darauf muss an dieser Stelle hingewiesen werden, wurden Meldungen dieser Zeit, Ende 1943 und Anfang 1944, noch nicht in Verbindung mit einer "Alpenfestung" gebracht. Gerüchte über ein deutsches Réduit verdichteten sich erst im Laufe des Jahres 1944, und auch da nur sehr allmählich. Erst mit den im Sommer und Herbst 1944 in der Schweiz gehäuft auftretenden Réduit-Meldungen entfaltete sich daran ein zunehmendes Interesse in alliierten Geheimdienstkreisen.

Im OSS-Hauptquartier in Washington hatte man bis Ende 1944 nur eine vage Vorstellung von dem, was zum Zeitpunkt einer drohenden Niederlage Hitlerdeutschlands passieren könnte. Die Nachrichtensplitter aus Europa, insbesondere aus London und Bern, widersprachen sich häufig, jedoch tauchten immer mehr Meldungen über militärische Aktivitäten im Alpenraum, sowie über die Möglichkeit eines Naziuntergrunds bis hin zu einem Guerillakrieg auf.(13) Im August 1944 berichtet OSS über Nazideutschland:

"The thorough training and indoctrination of reliable formations during more than ten years of Nazi domination make the prospective Nazi Underground a most dangerous and effective weapon. By virtue of their totalitarian control over all spheres of public and private life, the Nazis have numerous and varied facilities for camouflage and a large fanatical following. The possibilities for underground activities are therefore almost limitless and will be exceedingly difficult to suppress."(14)

Weiters wird in einem Telegramm vom 12. August 1944 durch OSS-Bern die Befürchtung geäußert:

"The Nazi theory is that by stationing 1,000,000 troops on the Vorarlberg, Austrian and Bavarian Alps, together with sufficient material, they could resist for a period extending from 6 to 12 month."(15)

Am 22. September 1944 legte OSS in Washington einen Expertenbericht vor, in dem der süddeutsche Raum als eine gesonderte politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einheit innerhalb Deutschlands gewertet wurde. Weiters hieß es darin, dass bereits einige deutsche Regierungsstellen aufgrund alliierter Luftangriffe nach Süden verlegt worden seien und man annehmen müsse, dass diese Evakuierungstendenz anhalten würde.(16) Auch das Schweizer Geheimdienstbüro Hausamann berichtete im Oktober 1944 über deutsche Werksverlegungen in den Alpenraum, wobei die darin getroffenen Aussagen, nur wenig mit der Realität zu tun hatten. So hieß es beispielsweise:

"Seit kurzem treffen immer mehr auch Meldungen über Werksverlegungen ins Gebiet der Zufluchtsstellung ein. Unter anderem kann man heute in den Fels eingesprengte Fabriken von Flugzeugen, Motoren, Kraftwagen usw. begegnen, die so tief in den Berg gelagert sind, daß ihnen mit Geschoßen selbst schwerster Kaliber nicht beizukommen ist."(17)

Im November 1944 ging ein geheimer Bericht des Joint Intelligence Committee (JIC) über "Nazi Plans for Underground Resistance" an US-Präsident Roosevelt und die höchsten zivilen und militärischen Instanzen der Vereinigten Staaten. Ziel dieser Studie war nicht die Lokalisierung des Naziwiderstandes, sondern das Ausloten von dessen historischer und sozialer Dimension, womit freilich nicht explizit auf die mögliche Existenz einer "Alpenfestung" hingewiesen wurde. Aber gerade in diesem Bericht lag, nach Ansicht des deutschen Historikers Christof Mauch, eine der Wurzeln für die Fehleinschätzung der realen Situation. Man glaubte an einen fanatischen Widerstand der Nazis und wer so dachte, war logischerweise von vornherein auch geneigt, an die Errichtung einer "Alpenfestung" zu glauben.(18)

Nachdem die deutsche Ardennenoffensive im Dezember 1944 scheiterte und die militärische Lage für das Dritte Reich immer aussichtsloser wurde, spekulierte OSS-Bern im Jänner 1945 bereits sehr offen mit der Möglichkeit einer letzten Verteidigungslinie der Nazis in den Alpen.

"As the threat to Silesia and a part of Germany becomes acute in the East, the German military authorities must be asking themselves what fronts must be sacrificed in order to try to create a new stabilized line somewhere. […] it seems likely that the men around Hitler and Himmler are preparing for the possibility of a last stand in the inner fortress of the Bavarian and Austrian Alps […]."(19)

Mittlerweile konnte man nicht mehr nur der Schweizer Presse allerlei abenteuerliche Meldungen über ein vermeintlich uneinnehmbares deutsches Alpenbollwerk entnehmen, längst hatten auch Zeitungen und Zeitschriften anderer Länder das aufsehenerregende Thema für sich entdeckt und gaben damit den Gerüchten rund um eine deutsche "Alpenfestung" neuen Auftrieb. So veröffentlichte etwa die Zeitschrift Collier's Ende Jänner 1945 einen ausführlichen Artikel über ein gigantisches deutsches Guerillaprogramm, das angeblich in Bad Aussee vorbereitet wurde. Modernste Waffen und die Elite der SS und Hitlerjugend würden dort für einen Partisanenkrieg gedrillt.(20) In New York meldete der Daily Worker, dass die Deutschen eine Reihe von selbstmörderischen Anschlägen planten und der Militärexperte des Blattes prophezeite, dass das gesamte deutsche Alpengebiet erbittert verteidigt würde.(21) Hanson W. Baldwin, angesehener Militärsachverständiger der New York Times, schloss sich dem an und wagte die Voraussage, dass sich nach dem unvermeidlichen Fall Berlins, die Kämpfe in das Alpengebiet verlagern würden.(22) Welche Publizität die "Alpenfestung" bereits bekommen hatte, lässt sich am besten daran ermessen, dass man in den USA für drei Dollar eine 27 Seiten starke Broschüre kaufen konnte, die all die Gerüchte, Mutmaßungen und Schauergeschichten wiedergab, die damals kursierten.(23)

Mitte Februar 1945 hatte sich der Mythos "Alpenfestung" so weit verfestigt, dass Allen Dulles, Leiter des OSS-Bern, eine "Alpenfestung" – wenn auch etwas verspätet – als sehr realistisch einschätzte: "It seems generally accepted now that a delayed defense fortress will lie in the Bavarian and Austrian Alps."(24) Wenige Tage später, am 20. Februar 1945, verbreitete OSS einen Agentenbericht des OWI (Office of War Information), in dem es hieß, dass "the Nazis [were] undoubtedly preparing a bitter fight from the mountain reduit."(25)

Ein geheimer Bericht des OSS-London, der im Februar 1945 erarbeitet und mit 1. März 1945 an verschiedene Stellen verteilt wurde, ging indessen davon aus, dass die Nazis bereits im Jänner 1945 damit begonnen hatten, hochrangige französische Geiseln in die "Alpenfestung" zu deportieren. Ebenso wurde von alliierter Seite angenommen, dass weitere namhafte Geiseln, wie beispielsweise der belgische König, Stalins Sohn oder Badoglios Kinder, in naher Zukunft in die "Alpenfestung" gebracht werden würden. Die dahinter verborgene Absicht, so wurde vermutet, lag darin, dass man im Falle einer Niederlage diese Geiseln gegen Gewährung eines Schweizer Asyls für die noch in der "Alpenfestung" verbliebenen Naziführer hätte eintauschen können. Ansonsten, so der Bericht, würden die Geiseln im Falle einer alliierten bzw. schweizerischen Verweigerung wohl das Schicksal der bis zum Ende kämpfenden Naziführer teilen. Ferner wurde davon ausgegangen, dass die Deutschen in der "Alpenfestung" 10 SS-Divisionen und 15 gemischte Divisionen zusammenziehen, sowie eine zweijährige Nahrungsreserve anlegen würden.(26)

Die Annahme, dass man im Lager der Alliierten ab Februar 1945 von der Existenz eines Réduits restlos überzeugt war, entspricht aber nicht den damaligen Tatsachen. Es gab zu jeder Zeit Stimmen, auch innerhalb des OSS, die an der deutschen "Alpenfestung" zweifelten. So wurde in einer 29-seitigen OSS-Abhandlung, die über den Zeitraum von Sommer 1944 bis Mitte Februar 1945 den Mythos "Alpenfestung" untersuchte, darauf hingewiesen, dass es kaum möglich sei, auf Basis der vorhandenen Materialien eine definitive Antwort auf die Frage zu geben, ob es zu einer "Alpenfestung" kommen werde oder nicht. Fakt sei, so die Studie, dass bisher keine umfangreichen, die gesamte Alpenzone umfassenden, Verteidigungsmaßnahmen getroffen wurden.(27)

Ein großer Skeptiker der "Alpenfestung" war der Schweizer Oberbefehlshaber und Schöpfer des Schweizer "Réduit National" General Henri Guisan. Er zweifelte an der deutschen "Alpenfestung", da erkennbare deutsche Vorbereitungen, wenn überhaupt, dann erst kaum fortgeschritten waren und sein Land über zwei Jahre für die Errichtung des "Réduits" benötigte. Darüber hinaus fehle es den Nazis nicht nur an Baumaterial und Arbeitskräften, sondern auch an der nötigen topographischen Beschaffenheit. In den deutschen Alpen gäbe es zu viele breite Täler und das Gebirge böte nicht denselben Schutz vor Luftangriffen, wie die Berge in der Schweiz. Eine Festung, so Guisan, ließe sich nicht improvisieren.(28)

Die Skepsis Guisans wurde nicht nur von einigen alliierten Stellen geteilt, sondern schien auch von deutscher Seite bestätigt zu werden. Wie aus einer Aufzeichnung des OSS-Bern hervorgeht, kam es im März 1945 in der Schweiz zu einer Begegnung mit einem deutschen Beamten, der nach einer 24-stündigen Autofahrt eigens aus Berlin angereist war und folgendes mitzuteilen hatte:

"He said he did not believe in the efficacy of the reduit and did not think that the German population would give sufficient support to guerrilla warfare to make it worthwhile. The mass of the population, he is convinced, is worn out and has only the wish that the war should come to an end."(29)

Während Allen Dulles noch vor wenigen Wochen eine "Alpenfestung" als sehr wahrscheinlich einschätzte und die mangelnden deutschen Vorbereitungen darauf zurückführte, dass Hitler den Ernst der Lage und somit die Notwendigkeit eines Untertauchens noch nicht eingesehen hatte,(30) kamen auch ihm Ende März 1945 Zweifel an der Existenz eines stark befestigten Réduits.

"[…] various intangible factors, plus the lack of convincing evidence of really large-scale preparations, lead me to the conclusion that the German reduit will be a less well-prepared affair than newspaper reports would lead us to believe."(31)

Darüber hinaus fügte Dulles noch hinzu, dass die Nazis mit ihren Theorien von der Überlegenheit der deutschen Rasse es wohl kaum ertragen würden, sich auf den Status von Guerillakämpfer im Untergrund reduzieren zu lassen. Und Hitler, so Dulles weiter, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt wohl nicht der Menschentyp, der in die Rolle eines Robin Hood schlüpfen könnte.(32) Dennoch bleibt festzuhalten, dass sich Dulles, trotz der angeführten Erkenntnisse, bis kurz vor Kriegsende von zahlreichen Meldungen über eine "Alpenfestung" irritieren ließ und keineswegs davon überzeugt war, dass es sich bei der "Alpenfestung" um ein Phantom handeln könnte.

Ein absoluter Höhepunkt übertriebener und unseriöser Meldungen stellte der Bericht des G-2 Offiziers der 7. US-Armee(33), Oberst William W. Quinn, am 25. März 1945 dar. Er war überzeugt, dass Hitler den Bau einer "Alpenfestung" befohlen hatte und aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden nachrichtendienstlichen Unterlagen vertrat Quinn die Meinung, dass Himmler für die Verteidigung des Réduits 80 Eliteeinheiten von jeweils 1.000 bis 4.000 Mann zusammengezogen hatte. Eine unterirdische Fabrik sei darüber hinaus in der Lage, komplette Messerschmidt-Flugzeuge zu produzieren und die besten Waffen, über die Deutschland verfüge, würden in die "Alpenfestung" gebracht; so seien bereits versiegelte Güterzüge der Skoda-Werke mit Waffen und Gerät, sowie Geschütze eines neuen Typs gesehen worden. Die "Alpenfestung" würde letztlich, so Quinn, von 200.000 bis 300.000 kampferprobten SS-Soldaten und gut geschulten Gebirgstruppen verteidigt werden, die sich bis zum letzten Mann fanatisch verteidigen würden.(34) Im Obersten Hauptquartier der alliierten Streitkräfte, dem SHAEF(35), war man aber vorsichtig genug, um der Feindlagebeurteilung der 7. US-Armee nicht vorbehaltlos zuzustimmen.

Die Unsicherheiten bezüglich einer Einschätzung der "Alpenfestung" setzten sich fort und so war es erneut Allen Dulles, der in einem Telegramm vom 6. April 1945 der Überzeugung Ausdruck verlieh, dass die Deutschen in letzter Zeit einen beschleunigten Ausbau des Réduits betreiben würden und umfangreiche Vorräte an Waffen und Nahrungsmittel angelegt hätten, die ca. 25.000 Mann ein Jahr lang versorgen könnten.(36) Mitte April 1945 legte die Abteilung R&A des OSS-London(37) eine Studie vor, die sich mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des für ein deutsches Réduit in Frage kommenden Gebietes beschäftigte. Detailliert wurde dabei auf Bodenschätze und Ressourcen des Alpenraumes eingegangen, die für eine "Alpenfestung" nötig wären, wobei vor allem auf das Problem einer Nahrungsmittelknappheit hingewiesen wurde. Der Alpenraum würde von sich aus zu wenig Nahrung bereitstellen, sodass man auf Vorräte angewiesen sei, so die Studie. Ein weiterer Schwachpunkt wurde in der Tatsache gesehen, dass sich die Industriezentren außerhalb der eigentlichen Kernfestung befänden, vor allem in der östlichen Mur-Mürzfurche. Würden diese Gebiete militärisch verloren gehen, so würde dies für die "Alpenfestung" einen enormen Verlust bedeuten, so die Studie weiter. Zum Entschluss, dass eine "Alpenfestung" aus ökonomischen Gründen gänzlich zum Scheitern verurteilt wäre, kam man allerdings nicht. Im Gegenteil, den Experten von R&A erschien es durchaus möglich, trotz des Mangels an Kohle, Stahl, Bauxit und Öl, im Réduit Rüstungsgüter herzustellen.(38)

Aufmerksam wurden von OSS-London die Aktivitäten österreichischer Partisanen im Alpenraum verfolgt. So wurde Mitte April 1945 berichtet, dass österreichische Widerstandskämpfer die Hauptverkehrslinien von Innsbruck nach München und Salzburg gesprengt hatten und das Réduit 24 Stunden vom restlichen Österreich abgeschnitten war.(39) Besorgt berichtete man ferner von einer Aufstockung der Führerbegleitbrigade in Berchtesgaden auf 4.000 Mann und von Material-, Waffen- und Nahrungsmittellieferungen größeren Umfangs, die täglich in Bregenz, Dornbirn und Bludenz eintrafen. Auch aus Salzburg, Berchtesgaden und anderen Teilen des Réduits meldete man verdächtige Lieferungen.(40) Der amerikanische Geheimdienst beobachtete jede Aktivität im Alpenraum mit großer Aufmerksamkeit, doch wie stellte sich die Situation für den britischen Geheimdienst dar?

Selbstverständlich gab es eine funktionierende Kooperation zwischen dem britischen und amerikanischen Geheimdienst, doch waren dieser Zusammenarbeit von vornherein auch gewisse Grenzen gesetzt, sodass die zwei am Kriegsschauplatz miteinander verbündeten Staaten in geheimdienstlicher Hinsicht durchaus eigene Wege beschritten. So ist festzustellen, dass die Briten, im Gegensatz zu OSS, fast allen Presse- und Agentenberichten sehr skeptisch gegenüber standen. Insbesondere der britische militärische Geheimdienst MI-14 verließ sich nahezu ausschließlich auf "signal intelligence" (SIGINT).(41) Seit Mitte 1944 dekodierten die Briten Nachrichten, die darauf hindeuteten, dass sich die Deutschen an den südlichen Ausläufern der Alpen eine gut befestigte Verteidigungslinie, die so genannte "Alpenvorlandslinie" oder "Blaue Linie", aufbauen würden. Die Briten sprachen dabei aber lediglich von "normal defence activity", von einem Réduit war keine Rede.(42) Der britische Secret Intelligence Service (SIS) lieferte zwar des Öfteren Berichte über "continued preparations for a final stronghold in Austria and Bavaria"(43), erhärten ließen sich diese Meldungen durch SIGINT aber nicht, womit ihnen von britischer Seite keine allzu hohe Priorität eingeräumt wurde. Den ersten, wenn auch indirekten, Hinweis auf die Existenz einer "Alpenfestung" entschlüsselten die Briten Ende März 1945 aus deutschen Funksprüchen. Adolf Hitler hatte eine Direktive erlassen, aus der hervor ging, dass "reinrassige" deutsche Einheiten für einen nicht näher bestimmten Fall bereitgehalten würden. Bei MI-14 wurden Vermutungen laut, dass diese Nazi-Einheiten eventuell für den Endkampf in der "Alpenfestung" vorgesehen sein könnten.(44) Obwohl gerade die Briten die Existenz einer "Alpenfestung" immer mit großer Skepsis betrachteten und wiederholt darauf hingewiesen hatten, dass der Ausbau eines Réduits infolge der alliierten Luftüberlegenheit so gut wie undurchführbar sei und der Alpenraum zudem nicht in der Lage sei, umfangreiche Streitkräfte zu versorgen,(45) hielt man es in britischen Geheimdienstkreisen Ende März 1945 zumindest für möglich, dass sich fanatische Nazi-Einheiten im Alpenraum verschanzen könnten.

Als sich Eisenhower im März 1945 dazu entschloss, seine Truppen nach Süden eindrehen zu lassen und Berlin auszuklammern, opponierte zwar die britische Politik dagegen, aber von Seiten des britischen Geheimdienstes gab es so gut wie keine Kritik. In der Tat waren sich sowohl britische wie amerikanische Geheimdienstexperten darüber einig, dass sich gerade der Alpenraum vorzüglich für einen deutschen Widerstand eignen würde, weswegen man in jedem Fall verhindern wollte, dass sich größere Nazikontingente im unwegsamen alpinen Gelände festsetzen konnten.(46) Die Frage, ob es eine "Alpenfestung" geben werde oder nicht, konnte von den alliierten Geheimdiensten bis Kriegsende jedenfalls nicht definitiv beantwortet werden.
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DIE ENTSTEHUNG EINES MYTHOS

DIE "ALPENFESTUNG" AUS ALLIIERTER
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DEUTSCHE MASSNAHMEN
ZUR ERRICHTUNG EINER
"KERNFESTUNG ALPEN"

 
 
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