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| Die Alpenfestung Einleitung |
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| Bei jeglicher Darstellung der letzten Wochen und Monate des Zweiten Weltkrieges wird man einmal auf den Begriff "Alpenfestung" stoßen. In großen Chroniken oft nur beiläufig, in unscheinbaren Nebensätzen, kurz erwähnt, handelt es sich dennoch um eine Thematik, die seit Jahrzehnten die historische Forschung fasziniert. Um die "Alpenfestung" ranken sich zahlreiche Legenden, verborgen unter einem Gewirr völlig unsinniger und haltloser Darstellungen, stellt sich uns die Frage, worum es sich nun tatsächlich gehandelt habe: Mythos oder Wahrheit? Bluff oder Realität? Eine Erfindung der Alliierten oder das letzte streng gehütete deutsche Geheimnis? Angesichts der sich seit Sommer 1944 für Deutschland dramatisch verschlechternden Kriegslage - alliierte Landung in der Normandie, Zusammenbruch des Mittelabschnitts der Ostfront, weiterer alliierter Vormarsch an Italiens Südfront, wachsende Überlegenheit der alliierten Luftwaffe - erwarteten sich einflussreiche Kreise der Alliierten ein letztes, fanatisches Aufbäumen Nazideutschlands im unwegsamen Gelände der Alpen. Der Mythos von der "Alpenfestung" war geboren, doch die Verwirrung war groß, als das vermeintliche deutsche Alpenbollwerk Ende April/Anfang Mai 1945 nahezu kampflos in die Hände der Alliierten fiel. Was war geschehen? Handelte es sich bei der "Alpenfestung" tatsächlich nur um eine Geisterfestung? Wenn ja, wie konnte Experten der alliierten Geheimdienste eine derartige Fehleinschätzung passieren? War ein nachrichtendienstlicher Irrtum dieser Größenordnung überhaupt möglich, oder steckte doch mehr dahinter? Fragen, auf die in der vorliegenden Arbeit eine Antwort gefunden werden soll. Zu Inhalt und Aufbau der Arbeit: Die Arbeit ist in fünf Kapitel unterteilt, die es dem Leser ermöglichen sollen, sich ein möglichst umfassendes Bild über die Thematik machen zu können. Im ersten Kapitel, Die Entstehung eines Mythos, wird auf die Genese und den Ursprung der "Alpenfestung" eingegangen. Wo lagen die Wurzeln und in welchem gesamtpolitischen Umfeld konnte ein Mythos, der doch von ganz beachtlicher Tragweite war, entstehen? Das zweite Kapitel beleuchtet Die "Alpenfestung" aus alliierter Geheimdienstperspektive und greift auf zahlreiche Akten und Primärquellen zurück, die uns aus erster Hand ein eindruckvolles und sehr aufschlussreiches Bild vermitteln können. Das inhaltlich sehr umfangreiche Kapitel, unter anderem wird auf die Pressepräsenz des Phänomens "Alpenfestung" eingegangen, zeigt nicht nur die große Unsicherheit der Alliierten in der Beurteilung des "Alpine Reduit", sondern versucht auch die unterschiedliche Herangehensweise amerikanischer und britischer Geheimdienstbehörden hervorzuheben. Im dritten Kapitel, Deutsche Maßnahmen zur Errichtung einer "Kernfestung Alpen", erfolgt ein Perspektivenwechsel, der dem Leser vor Augen führen soll, wie man auf deutscher Seite auf die Möglichkeit einer alpinen Verteidigungsanlage reagierte. Insbesondere Franz Hofer, Gauleiter von Tirol-Vorarlberg, wurde dabei zur zentralen Figur, da er das Potential einer "Alpenfestung" schon frühzeitig zu erkennen glaubte, ihm aber aus Berlin lange Zeit keine Beachtung geschenkt wurde. Erst als das Dritte Reich in Trümmern lag, willigte Hitler in den Ausbau der "Kernfestung Alpen" ein. Das eher kurz gehaltene vierte Kapitel, Der Zusammenbruch, behandelt den militärischen Kollaps des Alpenraums, der ohne nennenswerten Widerstand erfolgte und damit den Begriff "Alpenfestung" ad absurdum führte. Die Verwirrung nach dieser unspektakulären Einnahme des Alpenraums war groß und so darf ein entsprechender Erklärungsversuch nicht fehlen. Dem wird im letzten Kapitel, Versuch einer Erklärung für die Fehleinschätzung der "Alpenfestung", Rechnung getragen. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist klar definiert. Es sollen Antworten auf die eingangs gestellten Fragen gefunden werden. Antworten, die letztlich Aufschluss darüber geben, ob die "Alpenfestung" nur utopische Planung, oder doch eine Festung war, deren aussichtslose Verteidigung zwangsläufig im Chaos enden musste. |
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