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| HUMINT in Nordirland |
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Mag. Oliver Plauder Beitrag zur 1. ACIPSS Arbeitstagung am 27. November 2004 Abstract Die Republik Irland und der vom britischen Staat verwaltete Norden des Landes werden seit mehr als 150 Jahren von einem schweren Konflikt erschüttert. Religiöse, politische und kulturelle Auseinandersetzungen prägen die „grüne Insel“ bis heute, wobei vor allem die Ulster Provinz gegenwärtig noch immer keinen Frieden gefunden hat. Seit dem Beginn des Konfliktes liefern sich die britischen Nachrichtendienste mit irischen Nationalisten einen blutigen Untergrundkrieg, der vor allem durch den Einsatz von Infiltrationstaktiken durch Agenten geprägt ist. „Human Intelligence“ (HUMINT) ist auch noch in der Gegenwart das am häufigsten angewandte Mittel, um Informationen aus terroristischen Kreisen zu bekommen. Der „schmutzige Krieg“ hat in Nordirland schon eine lange Tradition, wie auch die offensive Taktik der britischen Institutionen eine lange Tradition hat. Im Gegenzug müssen sich die britischen Geheimdienste vor den Versuchen der IRA, Informationen über die staatlichen Organisationsstrukturen zu erlangen, schützen. Die Sammlung von Informationen, sowie offensive oder defensive Strategien nehmen nach wie vor keine Rücksicht auf das menschliche Leben. Das Informantenwesen und die Spionagearbeit ist in Nordirland allzu oft eine tödliche Angelegenheit für Beteiligte und Unbeteiligte. Eine wichtige Frage ist dabei, inwieweit der Einsatz dieser Mittel gerechtfertigt ist, sodass ein tatsächlicher Nutzen für die Gesellschaft und keine Verletzungen der Bürgerrechte entstehen. Britische Geheimdienste hatten ohne Zweifel einen großen Anteil an der Terrorprävention und der Zerschlagung vielfältiger Zellenstrukturen. Nachdem in der Provinz lange Jahre ein Bürgerkrieg mit besonderer Brutalität tobte, stellen erst im Jahr 2005 neu eingesetzte Untersuchungskommissionen die angewendete „shoot to kill“-Taktik in Frage. Es ist festzuhalten, dass an dem scheinbar lokal begrenzten Konflikt nicht nur „Mitspieler“ auf Seiten der beiden Hauptkontrahenten, den verfeindeten Konfessionen und dem britischen Königreich mitwirken. Neben den traditionellen englischen Geheimdiensten und den nachrichtendienstlichen Stellen der polizeilichen Sicherheitskräfte Großbritanniens, spielten in der Geschichte des Nordirlandkonflikts auch irische und amerikanische Nachrichtendienste eine zunehmend wichtige Rolle. Die Unterbindung illegaler irisch-amerikanischer Unterstützung für die IRA, sowie das Abfangen von Waffenlieferungen aus allen Teilen der Welt fällt in das Aufgabenbereich jener Institutionen. Die Arbeit der Nachrichtendienste hat die IRA paralysiert. Aktionen und Anschläge sind aber trotz eines hohen Infiltrationsgrades noch immer möglich. Eine Vereinigung der beiden Landesteile auf militärischem Wege ist, wie die lange Geschichte der gescheiterten Aufstände zeigt, eine Illusion militanter irischer Nationalisten. |
ÜBERSICHT DIE SCHWEIZ IM ZWEITEN WELTKRIEG HUMINT IN NORDIRLAND KONTROLLE V. NACHRICHTENDIENSTEN DIE UNGARNKRISE 1956 |
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