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| Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg Schweizerische Formen des Widerstandes |
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| Aktion nationaler Widerstand Kurz nachdem sie aus der Untersuchungshaft entlassen worden waren, beteiligten sich Hans Hausamann und August R. Lindt an der Gründung einer weiteren Widerstandsgruppe, der „Aktion nationaler Widerstand“. Diese wurde am 7. September 1940 von 21 Personen begründet. Neben Hausamann und Lindt waren darunter auch die Sozialdemokraten Hans Oprecht und Max Weber.(70) Außerdem waren aus dem Nachrichtendienst auch wieder Alfred Ernst und Max Waibel involviert. Darüber hinaus gehörten zu den Gründern noch die Nationalräte Oeri von Basel und Gafner von Bern, der Sozialdemokrat Klöti, die Professoren Rappard und Karl Mayer und der Leiter der schweizerischen Niederlassung von General Motors, Mussard. Aus der unmittelbaren Nähe des Generals schlossen sich der Gruppe bald noch Oberst Oskar Frey und Hauptmann im Generalstab Robert Frick an.(71) Auch diese Gruppe arbeitete im Geheimen daran, ein „unsichtbares Gerüst einer nationalen Widerstandsorganisation aufzubauen, die im Fall einer militärischen Besetzung den Kampf aufnehmen würde“.(72) Noch deutlicher wird das Ziel der Aktion in ihrer Parole: „Als Schweizer leben oder nicht mehr leben.“(73) Widerstand bis zum Äußersten also. Diese Forderung erinnert auch an den Befehl des Generals vom 4. Oktober 1939, dass jeder Wehrmann bis zum Letzten kämpfen sollte und sich nicht ergeben dürfte. „Rückzug oder Kapitulation sei ausgeschlossen. Bis zur letzten Kugel müsse gekämpft werden, und wer keine Munition mehr besitze, sollte den Kampf mit Bajonett und Messer fortsetzen.“(74) Am 3. Juni 1940 erfolgte noch einmal ein ähnlicher Befehl, der wiederum jeden Wehrmann dazu verpflichtete, bis zum Tode zu kämpfen.(75) Die Angehörigen der Aktion, meist angesehene Mitglieder der Gesellschaft, machten ihren Einfluss auf allen Ebenen des öffentlichen Lebens geltend, ohne voneinander zu wissen, denn die Aktion hatte weder ein zentrales Büro noch einen Verwaltungsapparat. Die Verbindung untereinander bestand meist nur locker über einen Freund oder Kontaktmann. Informationen, auch über die Zustände in den von Deutschland besetzten Gebieten, die in den Zeitungen aufgrund der Zensur nicht zu finden waren, wurden durch das illegale Nachrichtenblatt „Information der Woche“ weitergegeben. Dieses Blatt wurde anonym mit der Post zugestellt, nicht nur an die Mitglieder, sondern auch an gerade jene Behörden, die eigentlich hätten einschreiten müssen.(76) |
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